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Weniger Aufträge, mehr Auflagen: Wie Betriebe jetzt gegensteuern

  • vor 16 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Schinnerl Metallbau

Die angespannte Marktlage im Bau- und Investitionssektor, sinkende Margen sowie ein

intensiver Preiswettbewerb setzen viele Betriebe unter Druck. Gleichzeitig steigen die bürokratischen Anforderungen, und der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Problem. Im folgenden Interview mit Petra Schinnerl von Schinnerl Metallbau GmbH wird deutlich, warum Investitionen in moderne Technologien, konsequente Digitalisierung und die gezielte Ausbildung eigener Nachwuchskräfte heute entscheidend sind, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, und welche Rolle Nachhaltigkeit dabei tatsächlich spielt.


1.   Was sind die drei größten Herausforderungen in der Metallbau-Branche aktuell – und wie gehen Sie damit um?


Petra Schinnerl, Schinnerl Metallbau:


1) Schwache Marktlage und zunehmender Preisdruck

Die aktuell angespannte Marktlage – insbesondere im Hochbau – führt zu einer spürbar reduzierten Nachfrage im Metallbau. Viele Projekte werden verschoben oder ganz gestrichen. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck, da sich weniger Aufträge auf mehr Anbieter verteilen.


Die Folge ist ein deutlicher Preisverfall: Angebote werden aggressiver kalkuliert, Margen schrumpfen, und die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte gerät zunehmend unter Druck.

Die einzige Möglichkeit dem zu entgegnen ist ein top moderner Maschinenpark, gute und schnelle Prozesse sowie ein hoher Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad.


2) Zunehmende Bürokratie und regulatorische Anforderungen

Eine weitere große Belastung, aber nicht nur für die Metallbau-Branche, ist die stetig wachsende Bürokratie. Unternehmen sehen sich laufend mit neuen gesetzlichen Vorgaben konfrontiert – etwa der Verpflichtung, die Unternehmens-Website barrierefrei zu gestalten oder aktuell der Umsetzung der Gehaltstransparenzrichtlinie.


Grundsätzlich sind viele dieser Maßnahmen nachvollziehbar. Problematisch ist jedoch, dass neue Anforderungen hinzukommen, ohne dass bestehende administrative Pflichten reduziert oder vereinfacht werden. Für mittelständische Betriebe bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand – personell, organisatorisch und finanziell.

Und das ohne Fokus auf das eigentliche, auf unser Produkt. Wir setzen hier stark auf Automatisierungen und Digitalisierungen, da ein abnehmender Aufwand sonst nicht in Sicht ist.


3) Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel zählt zu den strukturellen Problemen in der Metallbau-Branche. Qualifizierte Schweißer, Monteure, Konstrukteure und CNC-Fachkräfte sind am Markt nur schwer zu finden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an technische Kompetenz und Flexibilität stetig.


Das Ziel muss hier unter anderem die eigene Ausbildung sein. Wer jährlich seine eigenen Lehrlinge top ausbildet, kann mit hoch motivierten top gebildeten Fachkräften später punkten.


Schinnerl-Metallbau

2. Welche drei Tipps haben Sie für junge Fachkräfte, die in den Metallbau einsteigen möchten?


Petra Schinnerl, Schinnerl Metallbau: Der Metallbau ist heute weit mehr als reines Handwerk. Neben praktischem Können sind technisches Verständnis, Planlesen, Materialkunde und zunehmend auch digitale Kompetenzen gefragt. Wer bereit ist, seine Ausbildung ernst zu nehmen und sich kontinuierlich weiterzubilden – etwa im Bereich CAD, CNC oder Schweißtechnik – schafft sich eine stabile und zukunftssichere Basis.


3.   Wie wichtig ist Ihren Kunden der Aspekt Nachhaltigkeit bei Bauprojekten?


Petra Schinnerl, Schinnerl Metallbau: Nachhaltigkeit spielt bei Bauprojekten durchaus eine Rolle – allerdings in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Während öffentliche Auftraggeber und größere Unternehmen ökologische Kriterien zunehmend mitberücksichtigen, steht bei vielen privaten oder gewerblichen Bauherren weiterhin in erster Linie die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.


In der Praxis zeigt sich: Nachhaltigkeit ist meist ein Zusatzkriterium, aber selten das allein ausschlaggebende Argument für eine Auftragsvergabe. Faktoren wie Preis, Funktionalität, Terminsicherheit und Langlebigkeit haben nach wie vor oberste Priorität.


Dennoch beobachten wir, dass Themen wie Recyclingfähigkeit, Energieeffizienz und nachhaltige Materialwahl langsam an Bedeutung gewinnen – insbesondere dann, wenn sie sich wirtschaftlich sinnvoll darstellen lassen, was bei vielen Projekten der Fall ist.

 
 
 

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