Zwischen Hochpreisland und Wettbewerbsdruck: Wie sich die Branche neu positioniert – mit Alexander Meier von MKW
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Steigende Lohnkosten, ein angespannter Bau- und Immobilienmarkt sowie zunehmender Wettbewerbsdruck aus dem Ausland sind große Herausforderungen für die Branche. Gleichzeitig gewinnen Gesamtpakete, Flexibilität und nachhaltige Nachweise entlang der Lieferkette immer stärker an Bedeutung. Im folgenden Interview mit Alexander Meier, der bei der MKW Group für Vertrieb und Projektberatung mit Schwerpunkt Metall- und Blechbau zuständig ist, erfahren Sie, warum technische Beratung, kurze Wege und zertifizierte Qualität heute entscheidende Erfolgsfaktoren sind und welche Chancen sich gerade jetzt für engagierte Fachkräfte eröffnen.
1. Was sind die drei größten Herausforderungen in der Metallbau-Branche aktuell – und wie gehen Sie damit um?
Alexander Meier, MKW: Ohne Frage der Preisdruck aufgrund der immensen Lohnkostensteigerung in den letzten Jahren in Verbindung mit der angespannten Situation am Bausektor und Immobilienmarkt.
Wir leben und arbeiten mittlerweile in einem absoluten Hochpreisland, konkurrieren am Markt jedoch gegen Anbieter aus unseren Nachbarländern mit ganz anderer Lohnstruktur. Die Qualität dort ist jedoch gerade in der Oberfläche und Anarbeitung mittlerweile auch auf einem vernünftigen Standard angekommen.
Über den günstigsten Preis verkaufst Du also kaum mehr größere Objekte zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen. Die Verknappung an Projekten und der Preisdruck im Metallbau zwingt auch unsere Kunden die Lieferkette zu überdenken. Es hat eben niemand mehr etwas zu verschenken, wenn er selbst ums Überleben kämpft.
Dennoch gibt es Aufträge und Projekte am Markt. Um hier zum Zug zu kommen ist es wichtig ein Gesamtpaket zu schnüren, welches eine Rundumbetreuung von der technischen Beratung bis zur Auslieferung, Nachbetreuung und im Notfall auch noch eine verlängerte Werkbanktätigkeit beinhaltet. Denn am Ende haben wir in AT immer noch den Vorteil der kurzen Wege und der damit verbundenen Flexibilität, die gerade gegen Ende von Projekten unersetzlich wird.
Unsere Geschäftsführung hat da zum Glück in der Vergangenheit Weitblick bewiesen und entsprechend investiert. Daher haben wir nun die Möglichkeiten mit Mitbewerbern aus dem Ausland trotz Kostendruck mitzuhalten.
2. Welche drei Tipps haben Sie für junge Fachkräfte, die in den Metallbau (insbesondere die Oberflächentechnik) einsteigen möchten?
Alexander Meier, MKW: Da ich in der Oberfläche daheim bin kann ich nur für unsere Branche sprechen. Oberflächentechnik und das Drumherum ist jetzt keine Raketenwissenschaft wozu ich ein Studium brauche.
Ich denke die Chancen für willige Arbeitnehmer mit Hausverstand waren noch nie so groß wie aktuell. Es gibt innerhalb unserer Organisationen viele Interessante Richtungen in die Du Dich entwickeln kannst. Sowohl technisch als auch kaufmännisch.
Also – Einsteigen und die Karriereleiter erklimmen! Die von der Jugend aktuell vielzitierte Work-Life- Balance kommt dann auch von ganz alleine.
3. Wie wichtig ist Ihren Kunden der Aspekt Nachhaltigkeit bei Bauprojekten?
Alexander Meier, MKW: Um entsprechende Gebäudezertifizierungen zu erhalten, waren Umweltaspekte in der Fertigung immer schon relevant. CrVI freie Vorbehandlung ist in der Oberfläche mittlerweile ohnehin Standard. In letzter Zeit werden CO2 Abdruck, Brandschutzklassen und Nachhaltigkeits- und Herkunftsnachweise von unserem verwendeten Pulver- bzw. Verpackungsmaterialien auch immer öfter nachgefragt.
Wir haben bei MKW in Verbindung mit unseren wichtigsten Lieferanten alle nötigen Zertifizierungen und können diese auf Bedarf immer kurzfristig bereitstellen.



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