© Image Industry - Straßenfassade Toscanahof   © Image Industry - Gartenfront des Toscanahofs   © Image Industry - Innenansicht   © Image Industry - integrierter Wintergarten   

Toscanahof

Ein Haus wie ein Januskopf von Michael Hausenblas*

Es wird berichtet, dass Napoleon besonderen Gefallen an der großzügigen Grünanlage des Hauses von Freiherr von Kielmansegg fand. Sein Vertrauter, Marschall Alexandre Berthier, residierte hier während der Besetzung Wiens. 200 Jahre später können sich die Bewohner des Toscanahofs, wo einst das habsburgische Palais Toskana situiert war, ebenfalls an ihrem privaten 8000 Quadratmeter großen Park erfreuen. Seeste Bau errichtete hier in der Wiener Argentinierstraße, gegenüber dem ORF-Funkhaus, mitten im Botschaftsviertel ein Wohn- und Bürohaus mit 55 freifinanzierten Eigentumswohnungen, einer Etage mit Büros flexibler Größe und zwei Geschäftslokalen. Der Plan für das sieben Stockwerke hohe Gebäude stammt aus der Architektenfeder der Gestalter Gustav Peichl und Werner Krakora.

Ein Haus mit zwei Gesichtern

Der Bau besticht nach außen vor allem durch seine beiden verschiedenen Fassaden, die dem Projekt eine Art Physiognomie verleihen. Fast könnte man den Toscanahof als ein Gebäude mit zwei Gesichtern bezeichnen. Zur Frontseite, also zur Argentinierstraße hin, zeichnet sich die Fassade, eine Aluminium-Glas-Konstruktion, auf einer beeindruckenden Fläche durch eine gläserne Wellenbewegung aus und versetzt so die gesamte Anlage in elegante Schwingung. Die Fassadenseite, die sich zum Park hinwendet, ist in warmem Siena-Rot gehalten. Fensterbänder ermöglichen maximalen Lichteinfall und gewähren einen Panoramablick ins Grüne. Ebenfalls kennzeichnend für diese wohnlich-freundliche Gebäudeseite sind die präzis in die Bauform eingeschnittenen Balkone. Jede Wohnung findet Zugang ins Freie – sei es in Form eines Wintergartens, eines Balkons, eines Gartens im Erdgeschoß oder durch Terrassen in den Penthäusern.

Aluminium – Werkstoff mit Eleganz

Es liegt auf der Hand, dass der Werkstoff Aluminium mit seinen vielfältigen Eigenschaften zum Gelingen dieser Architektur beiträgt. Der Architekt Christoph Lechner vom Büro Peichl und Partner streicht im Zusammenhang mit diesem gehobenen bzw. Luxuswohnbau vor allem die Dauerhaftigkeit und Pflegeleichtigkeit des Materials hervor, das im Toscanahof in erster Linie im Fensterbau und in Form von Paneelen zur Verwendung kam. „Der wesentliche ästhetische Aspekt, Aluminium zu wählen, war einfach die Eleganz und die Schlankheit, die man mit diesem Werkstoff schaffen kann, ohne einen für den Bauherrn preislich vertretbaren Rahmen zu verlassen. Außerdem gibt’s in Sachen Aluminiumkonstruktionen einfach eine ungeheure Auswahl an sehr gelungenen Produkten. Wir haben eine Lösung gefunden, die sehr zart im Erscheinungsbild ist und in Sachen Funktion alle Stücke spielt. Dasselbe gilt auch für die Farbigkeit“. Der Architekt bezeichnet in diesem Zusammenhang die Aluminium-Profilsystemlieferanten als eine Gruppe, die weiß, was Architekten wollen. Das äußert sich unter anderem in einer effizienten Zusammenarbeit in der Planungsphase. Lechner dazu: „Vor zwanzig Jahren gab’s einfach nur eine gewisse Produktpalette und basta. Da ist heute sehr viel mehr möglich.“

Gustav Peichl selbst sagte über die markante, wellenförmige und zweischalige Glashaut des Toscanahofs: „Das Gesicht zur Argentinierstraße durfte im Spiel der Gesimse, Giebeln und Atlanten des historischen Stadtverbandes nicht untergehen.“

Freiraum für Visionen

Auch seitens der Firmengruppe Seeste, Bauträger des Toscanahofs, ist man von den Verarbeitungsmöglichkeiten und mannigfaltigen Eigenschaften von Aluminium überzeugt: „Es handelt sich um einen Konstruktionswerkstoff, der durch seine Flexibilität einen fast grenzenlosen Freiraum für die Umsetzung gestalterischer Visionen von Architekten bietet. Geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit, gute Form- und Spannbarkeit sowie einfache Verbindungsmöglichkeiten prägen seine Vorzüge,“ heißt es bei Seeste. Gerade der hohen Materialfestigkeit kommt im Falle filigraner, aber sehr standsicherer Tragkonstruktionen, wie sie die Frontfassade des Toscanahofs aufweist, eine ganz besondere Rolle zu, die das Wesentliche dieser Architektur möglich macht.

* Michael Hausenblas ist Mitarbeiter der Tageszeitung „Der Standard“.


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