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Metallbau im Wandel: Wie die Branche auf neue Herausforderungen reagiert

10. Sept.
2 Min. Lesezeit
Günther Sturm, ALUKÖNIGSTAHL im AFI-Blog

Die Metallbau-Branche befindet sich in einem dynamischen Veränderungsprozess. Volatile Rohstoffmärkte, steigende Anforderungen im Bauwesen sowie der anhaltende Fachkräftemangel stellen die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen digitale Prozesse, innovative Systemlösungen und neue Formen der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette auch neue Chancen. Welche Entwicklungen die Branche derzeit prägen und wie Unternehmen diesen begegnen, beleuchten wir in diesem Beitrag gemeinsam mit Ing. Günther Sturm, dem Geschäftsführer von ALUKÖNIGSTAHL.


1.  Was sind die drei größten Herausforderungen in der Metallbau-Branche aktuell – und wie gehen Sie damit um?


Ing. Günther Sturm, ALUKÖNIGSTAHL: Die Metallbau-Branche steht derzeit vor mehreren parallelen Herausforderungen, die sich gegenseitig verstärken.


Ein zentrales Thema ist die hohe Volatilität bei Rohstoffen, Energie und Lieferketten. Insbesondere bei Aluminium sehen wir seit Monaten starke Marktbewegungen. Internationale Krisen, eingeschränkte Produktions- und Transportkapazitäten sowie Unsicherheiten entlang globaler Lieferketten wirken sich unmittelbar aus. Europa ist davon besonders betroffen, da der Markt in vielen Bereichen importabhängig ist.


Eine weitere Herausforderung ist die steigende Komplexität im Bauwesen.

ESG-Vorgaben, Dokumentationspflichten, Zeitdruck und Kostensensibilität treffen aufeinander. Bauprojekte werden dadurch technisch und organisatorisch deutlich anspruchsvoller. Wir reagieren darauf mit einem klaren Ausbau unserer technischen Dienstleistungen. Als Systemanbieter sehen wir unsere Aufgabe heute weit über das Produkt hinaus – von der technischen Beratung samt Entwicklung individueller Systemlösungen über Nachhaltigkeitsnachweise bis hin zur digitalen Projektunterstützung.


Der dritte Punkt betrifft die Transformation hin zu einer nachhaltigen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähigen Bauweise.

Kreislaufwirtschaft, CO₂-Reduktion und Recycling gewinnen klar an Bedeutung. Gleichzeitig muss Nachhaltigkeit in der Praxis umsetzbar bleiben – technisch, wirtschaftlich und regulatorisch. Genau darin liegt aktuell die Herausforderung für die gesamte Branche. Wir sehen darin aber auch eine Chance, denn Aluminium und Stahl verfügen über enorme Potenziale hinsichtlich Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit.


2. Welche Kompetenzen werden in der Metallbau-Branche künftig entscheidend sein?


Ing. Günther Sturm, ALUKÖNIGSTAHL: Der Fachkräftemangel ist mittlerweile eines der zentralen Themen für die gesamte Industrie – und natürlich auch für den Metallbau. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Facharbeiterprofile, sondern zunehmend auch um technische Spezialisten, digitale Kompetenzen und interdisziplinäres Verständnis entlang komplexer Bauprojekte.

Der Metallbau ist eine technologisch hochspannende Branche mit enormer Innovationskraft. Moderne Planung, automatisierte Fertigung, digitale Prozesse und nachhaltige Baukonzepte machen das Berufsfeld heute wesentlich vielfältiger, als viele glauben.


3.  Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit heute tatsächlich in Bauprojekten?


Ing. Günther Sturm, ALUKÖNIGSTAHL: Nachhaltigkeit spielt heute definitiv eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren – allerdings sehr unterschiedlich je nach Projekt, Auftraggeber und Anforderungsniveau. Dort, wo Nachhaltigkeit konkret in Ausschreibungen, Zertifizierungen oder Nachweisführungen verankert wird, sehen wir eine sehr professionelle und ernsthafte Auseinandersetzung.


Gleichzeitig bleibt die Realität im Bauwesen stark von Wirtschaftlichkeit, Termindruck und Risikominimierung geprägt. Nachhaltigkeit muss daher praktikabel, nachvollziehbar und technisch umsetzbar sein – sonst bleibt sie ein reines Schlagwort.


Was sich aber klar verändert hat: Die Nachfrage nach dokumentierbaren und kreislauffähigen Systemlösungen steigt spürbar. Themen wie EPDs oder langlebige Konstruktionen entwickeln sich zunehmend vom Zusatzargument zu einem echten Wettbewerbsfaktor.

 
 
 

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