Der Aluminium-Werkstoffkreislauf

Den Recycling-Kreislauf in Schwung halten

Die Langlebigkeit des Werkstoffes Aluminium und die hohe Recyclierbarkeit bewirken die Schaffung eines "Aluminiumpools". Alles Aluminium, das aus Bauxitgestein bisher gewonnen und industriell eingesetzt wurde, steht nach der Verwendung durch einfaches Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung. Dadurch wird Aluminium selbst zu einem nachhaltigen Werkstoff.

Aluminiumschrotte sind wertvolle Rohstoffe. 75 % des jemals produzierten Aluminiums sind heute immer noch im produktiven Einsatz und bereits mehrfach recycelt worden. In Bauanwendungen sind dank der langen Lebensdauer von Aluminiumprodukten weltweit noch immer rund 200 Millionen Tonnen Aluminium in Gebrauch. Sie werden beim Rückbau gesammelt und bei einem Energieeinsatz von nur 5% im Verhältnis zur Primäraluminiumproduktion recycelt. In Europa sind das über 96 %. Der Aluminiumbedarf wird heute zu rund 40 % über das Recycling von Altaluminium gedeckt - Tendenz steigend.

Aluminium Recycling-Kreislauf
© Metals for Buildings

Recycling wichtiges Kriterium für Ökobilanz


Für die ökologische Beurteilung von Aluminiumfenster müssen neben der Herstellung auch die Nutzung und das Recycling herangezogen werden. Dies entspricht dem Grundprinzip der Ökobilanzierung. Für die erstmalige Herstellung von Aluminium aus Bauxit wird Energie für die Förderung, für die Erzaufarbeitung und für die Elektrolyse benötigt. Diese einmal aufgewendete Energiemenge bleibt aber im Metall gespeichert. Aluminiumprofile werden nach ihrem Einsatz ohne Qualitätsverlust recycelt und stehen durch Einschmelzen wieder als hochwertiges Metall zur Verfügung. Das Umschmelzen von Schrotten bringt eine Stromersparnis von bis zu 95 % gegenüber der Herstellung aus Tonerde.

Recycling von Aluminium bedeutet:
- 95 % weniger Energie und
- 95 % weniger CO2-Emissionen als für die Gewinnung von Primäraluminium.(1)

Die österreichische Aluminiumindustrie erzeugt jährlich rund 200.000 Tonnen Sekundäraluminium auf Basis von Recyclingaluminium und Produkte der ersten und zweiten Verarbeitungsstufe auf hohem qualitativem Niveau.(2) Laut GDA nahm die weltweite Produktion von Sekundär- oder Recyclingaluminium im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 4,7% zu. Im Jahr 2010 wurden von den weltweit produzierten 8 Millionen Tonnen Sekundäraluminium rund 43% auf dem amerikanischen Kontinent, rund 29% in Europa und rund 25% in Asien produziert. >> weitere Infos

Urban Mining

Aufgrund der weltweiten ständigen Verknappung der Rohstoffe und steigender Rohstoffpreise gewinnt "Urban Mining" immer mehr an Bedeutung. Die Gebäude von heute helfen bei der Sicherung der Rohstoffversorgung von morgen. Eine gute und umfangreiche Planung und Bewertung von Gebäuden ist unverzichtbar, um "städtische Minen" für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Aluminium spart aufgrund seiner hohen Recyclingfähigkeit Ressourcen und kann in Zukunft entscheidend zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung beitragen.

Der Report Verlag 2013 greift das Thema "Urban Mining" auch auf und veranstaltet dazu gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) eine dreiteilige Diskussionsreihe. Mag. Dr. Robert Holnsteiner vom Wirtschaftsministerium war einer der Diskutanten zum Auftaktsthema "Baustoffe & Metalle":

" Was wir brauchen, ist eine gute Urban-Mining-Politik. Und da sehe ich eine große Schlagzeile: "Fördern". Wir müssen vier Bereiche fördern. Wir müssen Innovation fördern, wie es etwa mit dem Christian Doppler Labor an der TU Wien gemacht wird. Wir müssen Märkte fördern, indem wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und für Rechtssicherheit sorgen. Wir müssen Qualität fördern im Sinne von Design for Recycling."

Zitat: Mag. Dr. Robert Holnsteiner, Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (Roh- und Grundstoffpolitik)

 
© Barbara Krobath

Die Leitinitiative "Ressourcenschonendes Europa" der Strategie Europa 2020 unterstützt den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft, die ihre Ressourcen wirkungsvoll einsetzt, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

An Aluminiumprodukten gehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit jährlich rund 600.000 Tonnen in den Bausektor (Österreich: rund 45.000 Tonnen). Aufgrund der langen Lebensdauer von Gebäuden baut sich hier ein gigantisches Rohstoffreservoir auf, das über fünf Jahrzehnte gesehen rund 30 Millionen Tonnen Aluminium beträgt.(3)

„Auf jeden Österreicher kommt durchschnittlich ein Materiallager von rund einer Tonne Aluminium.“
Das errechneten Forscher der TU Wien rund um Helmut Rechberger, der ein Vorreiter im Feld des „Urban Mining“ ist. Mit „urbanen Minen“ ist gemeint, dass Städte wie Bergwerke genutzt werden können: Es geht um die Suche nach Rohstoffen, die in Alltagsgegenständen, Gebäuden und der Infrastruktur verbaut sind – und die man künftig als neue Rohstoffquellen nutzen möchte.

Der Aluminiumpreis

Die Preise für Aluminium werden seit 1978 täglich an der London Metal Exchange (LME) ausgehandelt. Ein Kilogramm Aluminium kostet rund 1,50 Euro (Stand: April 2013).(4) Da die Energiekosten für den Aluminiumpreis einen wichtigen Einflussfaktor darstellen, liegt es im wirtschaftlichen Interesse der Aluminiumindustrie, den Energiebedarf und damit auch Energiekosten zu senken.

Etwa 13 kWh Strom werden zur Herstellung eines Kilogramms Aluminium aus der Tonerde benötigt. Beim Umschmelzen sind es in modernen Anlagen gerade 0,7 kWh.(10) Diese Ersparnis - bei den Stromkosten - bedingt den Wert des Altmaterials.

Die Wiederverwertbarkeit des Aluminiums mit Ausbeuten von bis zu 99 % ist ein wesentlicher ökologischer und ökonomischer Faktor. Aluminiumschrotte sind wertvolle Handelsprodukte. Der Bestand der einmal investierten Energie im Metall, die eine vielfache Wiederverwendung unter größter Ressourcenschonung erlaubt, ist eine der wichtigsten Eigenschaften für einen ökoeffizienten Werkstoff. Bei allen Betrachtungen von Lebenszyklen von Aluminiumprodukten sind daher die Recyclingphasen zu berücksichtigen.


ZITATE

(1) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
(2) Fachverbände Bergbau-Stahl und NE-Metall: Nachhaltigkeitsbericht 2010/2011, 2012, S. 35
(3) Alu D.A.C.H, GDA: Broschüre: An die Zukunft denken - mit Aluminium bauen, 2012, S. 14/15
(4) Kurse der Londoner Metallbörse (LME)

>> Zu den Literaturquellen und dem Impressum

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